22.08.2011

Schwarz und weiß

Schwarz und weiß
Im ganzen Nichts,
Hoffnung leiden,
Freie Pflicht.

Reale Träume,
Schleichend schnell.
Tag und Nacht,
So düster hell.

Kleine Größen,
Freud' und Leid,
Ein Geben, Nehmen,
Geeint verteilt.

Leben Lassen,
Im Sterben sein.
Kalte Hitze
Zu zweit allein.



06.08.2011

Nur dahergeredet

Wörter und Sätze mal eben so gesagt, um zu beeindrucken und auf etwas aufmerksam zu machen - Das Stilmittel der Übertreibung ist stets gefährlich, vor allem in den Medien, wenn breite Volksmassen es nicht erkennen. Dann wird schnell aus der Übertreibung ernst gemacht. So wird manipuliert. 

Vor allem heute in dem schnellen Zeitalter, in dem man oft nicht genügend Zeit besitzt sich intensiv mit Texten und Themen zu beschäftigen, in dem man eher von bunter Werbung überschüttet wird, in der Stars kommen und gehen und Regierungen innerhalb von nur ein paar Tagen eine 180° Wendung in ihrer Politik vollführen. Die Welt ist rasant und wird immer schneller. Was nicht einen sofort beeindruckt, wird gleich wieder vergessen und geht unter. Da ist es doch nur logisch, dass Übertreibungen als stärkstes stilistisches Mittel, fast ausnahmslos benutzt werden und weil die Menschen (scheinbar) immer weniger Zeit haben, hinter den Aussagen der Werbung, Presse und Politikern zu schauen und sie zu überprüfen (wobei man erwähnen sollte, dass dies ein großer Teil der Menschen dies nie tat). Man hält die Aussagen einfach für wahr, wohl auch in dem Vertrauen, dass die Medien das richtige schreiben, ungeachtet dessen, dass in den Redaktionen größerer Zeitungen oftmals kaum innere Pressefreiheit herrscht. 
Manipulation ist aber nicht der einzige Effekt der Übertreibung - auch wenn es eigentlich das Ziel des Stilmittels ist, den Zuhörer von der eigenen Sache zu überzeugen. So hat der unüberlegte bzw. ein zu häufiger Gebrauchs der Übertreibung die Auswirkung, dass bestimmte Sätze und Wörter alsbald einfach nur dahergesagt werden. Sie beginnen, trotz ursprünglich intensiver Bedeutungen, Alltagssprache zu werden und verlieren damit an Wert.
Aber auch im privaten kommt es vor, dass man im Daherreden Worte und Sätze verwendet, die man vor vielen Jahren noch vorsichtiger verwendet hatte. Doch hat es dies schon immer gegeben, dass Worte ihre Bedeutung verloren und eine neue erhielten (das wohl bekannteste Beispiel dafür ist das Wörtchen "geil"). Durch diese Entwicklung jedoch kommt es oft zu Missverständnissen, manchmal zwischen Jung und Alt, manchmal zwischen Volk und Regierung und manchmal einfach nur zwischen den Menschen, die einzig von der alten Bedeutung des Wortes wissen, und solchen, die das Wort mit der neuen Bedeutung verwenden. Dies ist eine dritte, kleinere Gefahr, die zwar nur temporär wirkt, aber auch nicht außer Acht gelassen werden sollte.

Hier eine Übersicht, um welche Wörter und Sätze es unter anderem geht:

  • App: Bezieht sich eigentlich nur auf Zusatzanwendungen für Geräte von Apple, aber wurde recht schnell veralgemeinert. (Siehe hierzu auch Wikipedia)
  • Börsenpanik vernichtet 2,5 Billionen Dolla**: Dieses Geld existierte nicht wirklich*. Es handelt sich genau genommen um den Wert einer Firma, festgehalten in Papieren und elektronischen Zahlen. Nebenbei kann Geld bei Börsenspielen nicht einfach so vernichtet werden, sondern geht höchstens an andere verloren. 
  • BIP: Das Brutoinlandsprodukt wird seit einigen Jahren fälschlicher Weise als Wohlstandindikator verstanden. Dabei es nur den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen, die innerhalb eines Landes  in einem Jahr zum Endverbrauch produziert wurden. Dabei definiert man Wohlstand nicht alleine aus der wirtschaftlichen Leistung.
  • Bundeskanzlerin: Diese Amtsbezeichnung existiert offiziell nicht.
  • Deutschland geht es gut: Unter anderem von Bundeskanzler(in) Merkel gesagt. Bei genauerer Betrachtung der Verhältnisse in Deutschland ist dies jedoch nur die halbe Wahrheit. Wahrscheinlich bezieht sich der Satz mehr auf die wirtschaftliche Lage, als auf die Bevölkerung
  • Europa: Wird oftmals verwechselt mit der EU. Europa ist übrigens auch kein eigener Kontinent, sondern ein Teil von Eurasien.
  • Freunde: Die (beginnende) Entwertung des Begriffes durch Social Networks ist bereits allgemein bekannt
  • Griechenland: Zur Zeit wird das Wort als Synonym für die dortige Regierung bzw. des Staatshaushaltes verwendet. (Ähnlich verhält es sich mit "Berlin", "Deutschland", "Brüssel", Washington", etc.)
  • Ich liebe etwas (bestimmtes zu tun): Alltägliche Übertreibung zum Ausdruck der Begeisterung über etwas. Kinder erwidern bei solchen Sätzen oftmals: "Und wann heiratet ihr beiden?"
  • In unserem Land herrscht Pressefreiheit: Dass solche Sätze wirklich der Wahrheit entsprechen, ist nicht immer der Fall, auch wenn es von der Regierung versichert wird. Eigentlich schnürrt jegliches Mediengesetz diese Pressefreiheit ein und auch wenn äußerlich Pressefreiheit herrscht, liegt es z.B.bei den Chefredakteuren von Zeitungen, welche Themen (aus welcher Sichtweise) behandelt werden.***
  • Revolution: Wird oftmals in der Werbung benutz, um Neuerungen (übertrieben) hervorzuheben. Der Begriff selbst wird oft als schnelle, meistens gewaltvolle Veränderung von politischen/gesellschaftlichen Verhältnissen gesehen, dabei sind Revolutionen mehr schleichende Prozesse von mehreren Jahren und Jahrzehnten, die irgendwann ausschlagen. 
  • Stalker bzw. Stalking: Der Begriff wird häufig für Leute verwendet, die vor allem in Social Networks das Profil, Pinnwandeinträge, Kommentare und/ oder Statusnachrichten einer bestimmten Person intensiv verfolgen. Es handelt sich dabei eigentlich um das wiederholte Nachstellen, Bedrängen und Belästigen einer Person, was für die gestalkte Person zu psychischen Problemen führen kann. (Siehe hierfür auch Wikipedia)

** Zitat stammt aus einem Artikel von Spiegelonline
***Siehe hierfür auch folgendes Video unter anderem über die innere Pressefreiheit der großen deutschen Zeitungen

Nähere Erläuterungen und weitere aktuelle, politische Beispiele finden Sie auch auf den folgenden Seiten:
http://le-bohemien.net/2011/07/25/propaganda-in-deutschland/
http://le-bohemien.net/2011/08/02/neusprech2/
http://networkedblogs.com/likQ1

03.08.2011

Träume

Albernde Träume -
Albernde kindische Träume -
Albernde kindische Träume, so realitätsfern und voller Naivität.
Träume - aufgebaut und gestützt von Illusionen.
Ein Hauch von Sehnsucht ist zu spüren;
Sie klebt an ihnen, steckt in ihnen, erfüllt sie bis in den kleinsten Zweig.
Sie macht sie zu etwas persönlichen und einzigartigen.

Nutzlose Träume -
Nutzlose törichte Träume -
Nutzlose törichte Träume, belanglos und doch gut gemeint.
Gedachte Ideen ohne Bezug,
Geschützt vom ewigen Schweigen.
Denn es versteckt sie vor den Klauen der Welt,
Vor dem grausam quälend, gräßlichen Hohn
Derer, die sie nicht verstehen.

Schöne Träume -
Unbeschreiblich schöne Träume -
Unbeschreiblich schöne Träume, vollkommen und scheinbar perfekt,
Sie geben uns Hoffnung,
Visionen von einer besseren Welt.
Verbildlichen unsere tiefsten Sehnsüchte 
nach Liebe, Freiheit und Glück.

Vergeblich sucht man sie hier in der Realität,
Sondern erheitern uns lieber dann und wann,
Immer wenn wir sie zu brauchen glauben,
Stärken unseren Mut, erzählen im flüsternden Tone
Großartige Geschichten von Menschen erdacht,
Im Schlafe, in Gedanken, in der Not gemacht.