24.12.2011

Have Yourself a Merry Little Chrismas

"Have Yourself a Merry Little Chrismas", flüsterte M. als er auf die hellerleuchtete Stadt herabblickte. Ein eiskalter Nachtwind blies ihm ins Gesicht. Vielleicht hätte er nicht auf den alten Turm steigen sollen. Aber daheim am Computer oder vor dem Fernseher vermodern wollte er dieses Jahr nicht. Dabei hätte es nicht so kommen müssen. Seine Schwester hatte ihn zu einer kleinen Familienfeier eingeladen. Doch M. hatte abgelehnt. Er wusste nicht, was ihn dazu getrieben hat. Die Kochkünste seiner Schwester waren es sicherlich nicht gewesen. Vielleicht die Kinder. Aber da er nahe einer Autobahn lebte, war er einen gewissen Lärmpegel gewohnt. 

Nein, es hatte einen anderen Grund. M. war  ein sehr einsamer Mensch, was er zwar imme wieder läugnen würde, aber im Grunde genau wusste. Er hatte niemanden, dem er sich anvertrauen konnte, niemanden dem er Gefühle offen und ehrlich zeigte. Über Jahre hinweg hatte er sich isoliert, ähnlich einem Mönch, der sein Lebenlang alleine in einem Kämmerchen auf Erleuchtung wartete. Nur besaß M. im gegensatz zu dem Mönch keinen Glauben, sondern nur die billige, oberflächige Unterhaltsungs- und Verdummungsmaschinerie einer von Konsum geprägten Welt - also nichts, wofür es sich zu leben lohnte. Dazu benötigte es erst einen Menschen. Es müsste dabei nicht mal eine wunderschöne Frau mit einem bezaubernden Lächeln sein. Ein einfacher Freund hätte es schon getan. Aber in einer schnelllebigen Welt werden solche Menschen rar. 

M. kam folglich nicht zur kleinen Familienfeier, weil es ihm sonst ähnlich ergangen wäre wie einem afrikanischern Hirtenjunge, der New York besuche. Es käme einem Kulturschock gleich. An dem einem Tag verlor M. sich noch in seiner trostlosen, kargen Wohnung und am nächsten Tag fände er sich in einem warmen, belebten Raum wieder als Teil einer Gemeinschaft. Das hätte sein Herz sicherlich nicht ausgehalten. Es wäre am selben Abend noch voller Sehnsucht zerbrochen.

Um dieser Tragödie und gleichzeitig der tiefgreifenden Erkenntnis seiner Einsamkeit aus dem Weg zu gehen, hatte er sich deshalb in seiner trostlosen, kleinen Welt weiter verbarikadiert. Aber zu seinem Leid, konnten stärker als Illusionen sein. Denn sie trieben ihn schließlich raus - auf jenem Turm, wo er nun mit einer billigen Flasche Rotwein stand und zur Stadt hinabblickte. 

In seinen Gedanken sang Chris Martin mit einer warmen, gefühlvollen Stimme....



In diesem Sinne: Fröhlich und besinnliche Feiertage an alle meine fleisigen Leserinnen und Leser. Ich hoffe ihr seid bei den Menschen, die ihr liebt. 
Und nebenbei: Danke, dass es euch gibt :)

22.12.2011

Postdemokratische Verhältnisse?

Ein kleine Überlegung:

Postdemokratische Verhältnisse erscheinen erreicht, wenn...

a) ...die Medien durch beliebig erzeugte Empörungswellen die politische Meinungsbildung behindern und stattdessen einen emotional aufgeladenen Mob beschwören.

b) ...Politiker aufgrund persönlichen Fehlverhalten ihren Kopf "verlieren", aber ihre politischen Fehler unbehelligt bleiben.

c) ...die Demokratie sich allmählich zu einer Oligarchie verwandelt, während das Volk betäubt zuschaut.

d) ...paradoxe politische Entscheidungen nur in einem zeitlich begrenzten Kontex betrachtet werden.

e) ...Sündenböcke statt Schuldige in Verantwortung gezogen werden.

f) ...breite Teile der Bevölkerung sozial kälter werden und immer mehr verrohen.

g) ...sich Demonstrationen, Unruhen und Aufstände mehren.

h) ...Politik die Grenzen des Verständlichen verlassen hat und irgendwo in der Ideoligie herumschwirrt.


Nähere Erläuterung und weiterführende Links:
a) "Durch mediale Empörung werden – wenn’s hoch kommt – einige Figuren ersetzt, mehr ändert sich nicht. Was sich jedoch ändert, sind Intensität und Umsatzmenge der Empörung – bei weitgehend fehlender Gewichtung der Fälle. (...) Es kommt nur darauf an, wessen „Abschuss“ gerade ins politische und geschäftliche Kalkül passt. Insofern haben die Empörungswellen etwas Beliebiges – und in ihrer Dimension Unberechenbares. (...) Man könnte deshalb von einer Dauerempörung sprechen, die letztlich nicht den Verstand schärft, sondern den Mob erzeugt." (aus: http://www.wolfgangmichal.de/?p=1450)

b) "Man kann die Rücktritte der letzten Jahre durchgehen: Otto Graf Lambsdorff musste als Bundeswirtschaftsminister wegen der Flick-Spenden-Affäre gehen; Max Streibl musste wegen einer Amigo-Geschichte als bayerischer Ministerpräsident zurücktreten; Bundesverkehrsminister Günther Krause (...) wurde zum Verhängnis, dass seine Frau ein Putzhilfe teilweise aus Fördermittel des Arbeitsamtes bezahlte; der bayerische Justizminister Alfred Sauter fiel, weil er zum Sündenbock einer Wohnungsbauaffäre erklärt wurde; der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Uwe Barschel war nicht mehr zu halten, weil er ein falsches Ehrenwort gab. Der vormalige Bundespräsident Johannes Rau, wurde wegen einer angeblichen Flugaffäre gejagt (...). Die allermeisten Rücktritte von Politikern in der Nachkriegszeit, wenn sie nicht aus eigener Entscheidung ihren Platz räumten, wurden wegen persönlichen Verfehlungen erzwungen." (aus: http://www.nachdenkseiten.de/?p=11660)

c) Anzuführen wären hierbei das stark zugenommene Ohnmachtsgefühl der Menschen gegenüber der Politik, die immer stärker zurückgehende Wählerbeteiligung, Lobbyismus und die viel gelobten "Technokraten". Weitere Interessante Denkanstöße finden sich hier.

d) Ein schönes Beispiel sind die Schuldenbremse und die geplanten Steuersenkungen für 2013/14, wobei die die Steuersenkungen die Einhaltung der Schuldenbremse natürlich erschweren werden. Die wesentliche Krux an den Steuersenkungen sind hier näher beleuchtet.

e) In der Schuldenkrise heißt es, der Staat habe über seine Verhältnisse gelebt. Der Sozialstaat könnte man sich nicht leisten. "Doch drei Viertel der Schulden haben andere Ursachen - zum Beispiel die deutsche Einheit"

f) Anzuführen wäre hierbei die Langzeit Studie "Deutsche Zustände" unter Leitung des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer (http://www.heise.de/tp/artikel/33/33857/1.html) oder der wieder aufflammende Hass gegen Sinti und Roma 

g)  M15, Londoner Riots, oder die Occupy-Bewegung

h) "(...) man habe sich ja schließlich in der sogenannten Lissabon-Strategie darauf geeinigt, die Wettbewerbsfähigkeit ganz Europas zu verbessern. (...) Es ist aber ganz fundamental falsch, weil Wettbewerbsfähigkeit immer ein relatives Konzept ist. Man kann seine Wettbewerbsfähigkeit immer nur zu Lasten eines anderen verbessern." (aus: "Wer im Glashaus sitzt")
Weitere interessante Gedanken: http://www.nachdenkseiten.de/?p=11550


Anmerkung:
Natürlich kann man die oben angeführte Liste weiter ergänzen, wie z.B. mit dem Anstieg von politischen, radikalisierten Bewegungen oder die enorme Lücke zwischen Arm und Reich. Wer daher von diesen Überlegungen noch nicht genug hat, kann noch z.B. Europa 2011 mit Deutschland 1931 vergleichen. Außerdem lohnt es sich regelmäßig nachdenkseiten zu lesen und - besonders wichtig - die Geschehen detailiert zu beobachten, dazu Überlegungen anzustellen und mit Vorangegangenen zu verbinden. 

16.12.2011

Hassrede gegen einen Hassprediger

Die folgende Hassrede (oder besser: Moralpredigt) wurde zwar für den Lateinunterricht Klasse 12 geschrieben, aber ist im eigentlichen Sinne vor einem Hassprediger und dessen Zuhörer bzw. Anhänger zu halten.

Hass, werter Hassprediger, Hass ist das, was ich an Ihnen hasse.
Verstehen sie mich jetzt bitte nicht falsch: Unter normalen Umständen bin ich ein toleranter Typ. Die pluralistische Gesellschaft ist mir hoch und heilig und eigentlich - ja eigentlich habe ich nichts gegen Sie direkt. Nur gegen Ihren Hass - der in Ihnen brodelt und gärt, der mit jedem Wort, mit jeder Handlung und aus jeder einzelnen Pore Ihres Körpers heraus zu schreien scheint - und wenn es nur Sie alleine mit Ihrem Hass wären, dann stände ich auch nicht hier. Dann würde ich nicht diese Rede halten. Stattdessen regt sich die ganze Welt auf und ich reg' mich über die Welt auf, weil ich es nicht verstehe.
Sie brauchen doch nur einen Blick in die Nachrichten zu werfen: Da haben wir die Palästinafrage, im Sommer Breivik, die Londoner Riots, den Kosovo-Konflikt im Herbst. Vor kurzem auch noch die Probleme mit dem Iran und der erneute aufflammende Hass gegen Sinti und Roma.

Stimmen Sie mir da nicht zu? In unserer heutigen Zeit wächst Hass, Zorn und Missgunst wieder zu einer neuen Höchstform an, nicht nur zwischen Ihnen und mir, sondern sogar zwischen ganzen Völkern. Dazu benötigen wir nicht einmal eine zehnjährige Studie, die beweist, dass die deutsche Mittelschicht immer weiter verroht und sozial erkaltet. Das ist eine sehr gefährliche Entwicklung. Denn wenn sich daran nicht bald etwas ändert, wird früher oder später Europa oder gar die ganze Welt auf einem Pulverfass sitzen - und dann Gnade uns Gott, dass nicht irgendein dahergelaufener Hassprediger einen Funken Zorn entzündet und damit eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes entfesselt.

Lassen Sie es mich erklären:

Das schlechte an purem Hass ist, dass er sich vermehrt. Na gut, dass hatte man auch vom Kommunismus gedacht. Aber Hass ist kein politisches System. Hass ist ein Gefühl und wie viele Gefühle lässt er nicht klar denken. Dabei muss man klar denken können, um zu diskutieren. Denn ausschließlich Diskussionen führen zu einer Lösung von Konflikten und letztendlich zum Fortschritt. Der Frieden von Versailles 1919 z.B. lag keiner rationalen Diskussion zu Grunde, sondern war, übertrieben gesagt, davon geprägt einen Sündenbock zu finden, auf dem man alles Entsetzen und allen Hass zentrieren konnte. In dem Fall Deutschland.
Apropos Sündenbock: Es ist ein markantes Merkmal ganzer Gesellschaftsgruppen, ihren Zorn auf einen einzelnen oder wenige einzelnen zentriert. Dabei wird die oftmals komplexe Wahrheit derart vereinfacht, dass das Resultat jeglicher Realität spottet.
Ein gutes, aktuelles Beispiel ist die Finanzkrise, die dank guter PR-Arbeit nicht mehr so heißt, sondern Schuldenkrise genannt wird. Man sagt allgemein, die Staaten haben über Verhältnisse gelebt. Der Sozialstaat sei für die hohen Schulden am meisten verantwortlich. Na gut, irgendwo stimmt das auch. Aber betrachten wir allein Irland: Im Jahr 2007 hatte es eine Verschuldung von knapp 25% des BIP. 2011 sind es 100%. Jetzt frage ich mich, was zur Hölle Irland in den letzten 4 Jahren getrieben hat. Wie viele Milliarden Euro haben die denn verschleudert? Und wohin? Bei den Banken natürlich.

Aber lassen wir das jetzt. Sonst reg ich mich zu sehr auf und das will ich nicht. Lieber will ich mich über Sie aufregen. Also zurück zum eigentlichen Thema: Zu Ihnen und Ihren Hass.
Wir haben bisher gesagt, dass Hass das Denken beeinträchtigt, er zu nichts progressiven führt und dass er sich vermehrt. Jetzt ist die Frage: Wie vermehrt er sich? Ja wie vermehrt sich Hass? Ganz einfach: Durch Hass. Hass bedingt Hass. Wir beiden wären da ein sehr gutes Beispiel, Hassprediger. Sie liefern tagtäglich Unmengen an Hasstiraden und bringen mich dadurch zur Weißglut. Nicht auszudenken, wie derjenige reagieren wird, auf den Ihre Reden gerichtet sind!
Verstehen Sie doch: Es ist ein ganz einfaches Prinzip. Sobald Sie jemandem Ihre Verachtung zeigen, sei es verbal oder über Gestik und Mimik, wird derjenige alsbald selbiges für Sie empfinden und es natürlich auch zu besten geben. Sie fühlen sich dadurch in Ihrer Haltung bestätigt und zeigen noch mehr Verachtung, was natürlich zu einer versteiften Haltung des anderen führt, und so weiter...
Es ist wie ein Teufelskreis, der einzig durch ein ruhiges vernünftiges Wesen oder wie so oft durch eine Katastrophe beendet werden kann.

Es gibt jedoch noch eine weitere Art, wie sich Hass vermehren kann: Nämlich durch Sie. Durch Hassprediger, die mit gezielten Worten versuchen unschuldige, unwissende und gut gesinnte Menschen mit ihrer blinden Raserei anzustecken. Nicht weniger, aber so viel mehr. Denn Sie verfolgen doch mit jeder Aussage, mit jedem Satz und mit jedem Wort ein bestimmtes Ziel. Sie wollen doch in der Bevölkerung Druck aufbauen und Sie wollen doch so viel Hass entfachen, dass er in einem Aufstand mündet, in Terrorismus, in Verfolgungen, Morden oder gar in einem Krieg. (Wann werden Sie denn die Taten von Ihren Anhängern verlangen, die Sie zwar erträumen, aber viel zu feige sind, als dass Sie sie ausführen könnten?)

Nun gut, sie könnten jetzt versuchen zu erklären, dass Ihr Wut, Ihr Hass und Ihre Sehnsucht nach Vergeltung berechtigt sei. Sie könnten argumentieren, dass sie in Ihrem Leben durch und durch ungerecht behandelt wurden, dass sie nicht respektiert wurden oder dass Ihr Volk sogar unterdrückt und gedemütigt wurde.
Ach, wissen Sie, Hassprediger: Sie haben recht. Sie haben ein Recht darauf, wütend zu sein. Die Welt war sicherlich ungerecht zu Ihnen. Egal wie: Ob der Nachbar Sie schikanierte, oder ob Sie als Kind gehänselt wurden. Ob die Gesellschaft Sie verstoßen hat oder ein ganzer Staat Ihr Leben zerstörte - auf welche Weise auch immer. Sie haben Recht. Sie haben ein Recht darauf, Wut zu empfinden . Aber zügeln Sie Ihren Hass!

Ihre Einstellung erinnert mich an den Ausspruch der Clair Zachanassian aus Dürrenmatts Drama 'Der Besuch der alten Dame': „Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich die Welt zu einem Bordell.“ 
Doch das ist der falsche Ansatz! Auge um Auge macht blind, wie es Gandhi formulierte. Hass erzeugt nur Gegenhass, wie wir es gesagt haben. Eine Teufelskreis, der nur mit der vollkommenen Vernichtung enden kann! Dabei könnten Ihre ganze wertvolle Energie für ganz andere Dinge verwenden, als nur für Ihren unsäglichen Hass. Sie könnten aus Ihrer Vergangenheit lernen. Prangern Sie doch die Ungerechtigkeit öffentlich an. Fordern Sie einen Ausgleich, der nichts mit Gewalt, Tod und Vernichtung zu tun hat. Sie könnten sogar heutige Ungerechtigkeiten bekämpfen.
Überlegen Sie, was Sie alles erreichen könnten! Oder erscheint es Ihnen etwa unmöglich? Dann denken Sie an Toyotas Werbeslogan: Nichts ist unmöglich! - Denken Sie an die Neutrinos, die sich trotz Albert Einsteins mehrfach beweisende Theorie schneller als das Licht bewegen – und Albert Einstein gilt als ein Gott der Modernen Physik.
Und jetzt mal ernsthaft: Wenn Sie etwas in dieser Gesellschaft verbessern wollen, braucht es dazu Willen, Glauben und Energie. Einen Hauch von American Dream, wie es manche formulieren. Ich verweise da nur auf Gandhi, Martin Luther King oder Nelson Mandela.

Aber was mache ich mir eigentlich vor? Sie hören mir doch eh nicht zu! Dafür sind ihre Ohren schon zu taub vom inbrünstigen Brüllen des Hasses. (Jetzt an die Zuhörer gerichtet) Stattdessen hat er sich schon längst von uns und der Welt abgeschottet. Er hat sich eine eigene Parallelwelt gebaut, errichtet auf Säulen des Hasses, des Zornes und der Verbitterung. Eine Parallelwelt, die verlassen von Liebe und Verständnis in Finsternis vermodert. Von Verblendung verfärbte Ideologie und von Hass geschürte Intoleranz sind ihre Grenzen, hinter denen jeder Mensch ein Irrender, ein Feind, ein Verdammter ist. Und aus dieser Welt heraus predigt er und von dort aus steckt er die Menschen mit seinem verbitterten Zorn an, indem er immer wieder und wieder schreien: „Vernichtung dem Staat! Vernichtung der Welt! Denn Sie ist böse und schlecht.“
Aber ist sie das? Ist sie wirklich so böse und schlecht? Nein, dass ist sie nicht. Denn: Sie ist nur so böse, wie wir es zulassen! Das Gut steckt in uns, ebenso in mir, als auch in Ihnen, Hassprediger. Bei Ihnen ist es nur begraben unter einem mistigen Schutthaufen aus Hass und Verblendung. Es liegt also bei uns, ob wir das Gute aus uns hervor graben oder die Welt mit weiteren Hassreden verschmutzen. Denn diese, sowie Ihre mit Hass beladenen Worte sind das eigentlich Schlechte an der Welt.

Nun, gut. Bevor ich jetzt noch weiter an Ihrer Intoleranz verzweifle, komme ich lieber zum Ende. Ich spüre nämlich schon, wie es in mir zu kochen und zu brodeln beginnt, und ich befürchte, dass diese Rede noch zu dem ausartet, was ich so an Ihnen verachte. Das möchte ich nicht. Denn Hass, werter Hassprediger – und das sollten nicht nur Sie sich, sondern wir alle uns merken - Hass schadet nicht nur der Gesellschaft, sondern auch Herz, Seele und Verstand.

13.12.2011

Vom Ende einer Liebe

Ein karges, schüchternes und kaum verständliches "Hi."
Kein weiteres Wort traute sich über unsere Lippen. Ansonsten geschah nichts mehr zwischen uns. Selbst unsere Blicke wichen sich aus. Dann sind wir schon aneinader vorbei gezogen, rochen nicht mal den Duft des anderen, sondern drifteten einfach mit der Masse voneinander weg. Niemand von uns traute sich zurückzuschauen. Es war das traurige Ende einer Liebe, die sich nie entfalten durfte.

09.12.2011

Mehr denken, weiter denken, anders denken

Mehr denken, weiter denken, anders denken.
Reaktanz zeigen.
Mit Gedanken spielen, kombinieren, was nicht kombinierbar ist,
trennen, was bisher als untrennbar galt.
Grenzen des Geistes überschreiten.
Lernen.
Immer wieder Neues lernen und erfahren.
Fragen und Wundern.
Kritisch werden.

Aber vor allem, mehr denken, als bisher getan, weiter denken, über den eigenen Horizont hinaus und anders denken, denn nicht alles ist gleich mit Logik zu erschließen.