31.10.2012

Zweisamkeit

Viele Worte und dumpfes Gelaber -
Ich bin am Explodieren!
                                    Jedoch aber
hör' ich dir zu, bleib' weiter ruhig sitzen,
obwohl heimlich mir die Fingerspitzen
wütend, heftig, leise trommeln -
Indess, den aller größten Schmerz ertragend,
muss ich mich ständig selber fragen,
warum deine Worte mich so gängeln,
dass es meine Nerven fast zerreist -
       das verstehst du also unter Zweisamkeit...

13.10.2012

Letzte Worte des Tyrannen

Und ängstlich der Tyranne spricht:
"Bitte, Meuchler, töt' mich nicht!
Ich hab' ein Weltreich zu regieren!
Das kann mich so noch nicht verlieren.
Schenkt mir daher ein wenig Zeit,
Dann sind die Reformen auch so weit,
Dass sie den Frieden im Reich erhalten,
Auch ohne meines Schwertes Walten."
Sein Meuchler aber hört sie nicht,
Die Gnade, von der sein Opfer spricht,
Sondern zieht den Dolch und geht heran
Und tötet leise den Tyrann'.

15.09.2012

Das im Westen

Ein Lumpenpack, hätte man meinen könne, als man die drei jungen Männer so vor der Kamera possieren erblickte. Löchrige Hosen, zerissene Hemden, schweiß gebadet und jeder hielt ein altes, dreckiges Gewehr. Man sah ihnen an, dass sie die Nacht über nicht geschlafen hatten. Dennoch zeigten sie sich voller Energie und Begeisterung. Da hatten sie ja bisher noch nie nicht auf Menschen geschossen.
Warum sie kämpften, wurden sie vom ausländischen Kammerateam gefragt. Ein Stimmengewirr kam als Antwort. Scheinbar stritten sie für alles mögliche, bis schließlich das Wort "Freiheit" fiel. Dann, auf einmal, waren sie sich alle drei einig: Sie kämpften für die Freiheit. 
Was Freiheit bedeute, fragte daraufhin jemand von den Ausländern. Die jungen Männer antworteten wieder durcheinander: Wohlstand und Sorglosigkeit. Sicherheit, Gesundheit und Glück - eben all das, was die Menschen im Westen hätten.
Was Freheit jedoch wirklich war, sollten sie erst später spüren, in den wenigen Sekunden, in denen sie auf die feindlichen Barrikaden los stürmten, kurz bevor ihnen ein MG das Leben aushauchte. Da war das Kamerateam aber schon längst wieder verschwunden. 

10.08.2012

Meinem Notizbuch

Zu Ehren meines ersten Notizbuches, welches ich heute vollständig mit Ideen, Gedichten, Kurzgeschichten und manch einem philosophischen Gedankengang gefüllt habe, schrieb ich folgendes Gedicht:


Es ist vollendet! Es ist vollbracht!
Diese Zeilen widme ich dir:

Zwei lange Jahre hast nun du verbacht
Im dunklen Rucksack nah bei mir.
Viel zu lang durch schlechte Zeiten
Und viel zu kurz an guten Tagen
Trug ich dich selbst bei stürmend' Wetter
Wohin auch immer es mich trieb. 

Ja, Schaden nahmst du freilich viel,
So verzeih' mir meiner groben Hand,
(Aber nicht aus Herzensgüte)
Denn dann verzeih' ich es auch dir,
Dass zwischen deinen vielen Seiten
Selbst die schlechteste Geschichte
 Auf Ewig sich entfalten darf. 



09.08.2012

Über einen Fremden

Er trug ständig eine alte Gitarre mit sich. Das Seltsame war daran, dass er sie nie spielte. Ab und zu legte er sie bei  Seite, wenn er sich setzen wollte und nur wenig Platz zur Verfügung stand. Aber die Gitarre - Gott weiß warum - blieb immer in seiner Nähe. Vielleicht war es sein Glücksbringer, sein stiller Begleiter, ein Stück Erinnerung aus seinem früheren Leben. Vielleicht war es auch sein einziger Besitz, der ihm geblieben war.

Er erzählte nicht viel von sich. Nicht mal seinen Namen verriet er. Solche "Äußerlichkeiten", meinte er nur, seien ihm nicht wichtig. Ihn interessiere nur das Innere eines Menschen, seine Gedanken und Gefühle. Danach richte er sich - und danach wollte er auch gerichtet werden.
Seiner Gitarre gönnte er keinem Blick, als wäre sie eine Last, die er verdrängt, gar vergessen hätte. Natürlich wirkte das seltsam. Auch die Spielereien mit seinem Zylinder, den er nebenbei nie aufhatte, während er sprach, hinterliesen einen lustigen Eindruck.

Ständig redete er von Liebe, aber nicht die romantische Unterart, sondern über die Liebe im Allgemeinen. Die Liebe zum Menschen und dem Leben. Nach seiner Ansicht sei der Mensch kein Mensch mehr, sondern mache sich durch sein eigenes Werk, seine Erfindungen und Errungenschaften zur Sache, mache sich zu ihrem Sklaven. Er scheue die Freiheit und triebe sich freiwillig in Gefangenschaft von Zwängen. Seine Seele sei derart leer, dass nur Liebe sie füllen könne. Doch statt das zu erkennen, würde der Mensch seine Einsamkeit lieber in Konsum ertränken und sich dadurch immer weiter entfremden.

Er musste noch jung gewesen sein. Nur seine Augen waren voller Lebenserfahrung. Man sah ihnen ihre Erfahrungen an. Manchmal wirkten sie gar müde vom Leben, als ob sie endlich schlafen wollten. Wir nannten ihn irgendwann Erich. 

Dass er eines Tages ohne weiteres verschwand, hatten wir insgeheim erwartet, war er doch ohne Vorwarnung und ganz plötzlich in unser Leben getreten. Verändert hat er uns wenig, dazu war die Zeit zu kurz. Er hinterlies uns nur seine alte Gitarre und den Zylinder. Ich glaube, ab da an lebte er wirklich frei. 

20.07.2012

Abschiedsbrief

"Lieber M.,

Mein Freund! Mein bester Freund! Ein Freund, den sich einer von meiner Art nur wünschen könnte! Ich möchte mich hiermit entschuldigen, dass ich so schnell aus deinem Leben getreten bin. Dir werden wohl eine Menge Fragen durch den Kopf gehen: Warum wählte ich den Tod? Warum hast du mein schreckliches Vorhaben nicht vorher bemerkt? Wer soll jetzt meine Ermittlungen weiterführen? Ich werde sie dir alle demnächst beantworten. 
Aber zuerst habe ich selbst eine Frage: War es ein großer Schock, von meinem Freitod zu erfahren? Ich möchte keine Antwort von dir hören. Es würde meinem Herz nur weh tun, zu erfahren, wie sehr ich dich verletzt habe. Aber ich hoffe, dass es nicht einer dieser Schocks war, der dich veranlasste, diesen letzten Brief erst nach der Zeit der innigsten Trauer (die bei dem Verlust meiner Person sicherlich mehrere Wochen gedauert hätte) zu öffnen. Denn ich möchte dir in den folgenden Zeilen ein Geheimnis anvertrauen, das lebenswichtig ist.
Dieses Geheimnis hat etwas mit meinen Ermittlungen zu tun. Es ist wichtig, dass du dies so früh wie möglich  nach meiner Beerdigung erfährst. Das Leben eines ehrenwerten Mannes ist in großer Gefahr. Stirbt er, sind alle meine Bemühungen vergebens gewesen. 
Aber Schluss mit den vielen Worten! Die Zeit drängt! Es wird dich wahrscheinlich wie ein Schlag treffen. Also setze dich lieber und halte dich gut fest: 
Ich lebe.
Ja, ich lebe. Also ich lebe noch - sofern du diesen Brief alsbald nach meiner Beerdigung gelesen hast. Und da du nun von dem Geheimnis weißt, bitte ich dich um zwei Dinge (betrachte sie als meinen letzten Willen an dich): Erzähle es niemanden und - das durchaus wichtigere - befreie mich aus meinem Grab!
Hast du diesen Brief zu spät geöffnet, so verzeihe ich dir. Ich habe einen bösen Streich mit deinem Gemüt gespielt und das Schicksal herausgefordert. Es wäre Gottes Strafe an mich. Wer hoch spielt, kann eben alles verlieren.
In diesem Sinne, warte ich nun auf dich im Grab oder im Himmel.

Sascha

Ps.: Einen guten Spaten findest du im Geräteschuppen."



23.06.2012

Kafkaesk

Irgendwann ist der Tag gekommen, an dem du nicht mehr die Kraft besitzt, weiterzukämpfen. Dann wirst du aus deiner elenden Schwäche heraus dich hilfesuchend an irgendjemanden wenden. Doch diese Person wird  wie der Schutzmann in einer Parabel Kafkas ein "Gib's auf!" von sich geben. In diesem Augenblick bist du dem Untergang geweiht. 

15.06.2012

Das Testament für den Sohn

Längst hatte der alte Mann im Bett seinen letzten Atemzug getan, als sein jüngster Sohn vorsichtig das Zimmer betrat. Aber statt mit Schrecken den leblosen Körper seines Vater zu erblicken, schlich sich ein ein Grinsen in sein Gesicht. Dem Toten hatte er nur ein "Na endlich" zu sagen, welches er in seiner immer größer werdenden Heiterkeit unaufhörlich wiederholte: "Na endlich. Na endlich. Na endlich."
Der Mann begann im gleichen Takt, wie er das herzlose Mantra vor sich hinmurmelte, in dem Zimmer auf und ab zu gehen. Die Blicke streiften umher. Sie suchten die Einrichtung nach einem kleinen Couvert ab, in dem der letzte Wille des Verstorbenen niedergeschrieben war. Aber weil er mit dieser ersten oberflächigen Methode nicht erflogreich war, intensivierte er daraufhin seine Suche. Er widmete sich erst dem Schreibtisch des Alten. Jedes Fach wurde schrittweise durchwühlt. Danach trieb es ihn zu den Wertsachen, Regalen, Kleiderschränke. Selbst unter dem Kopfkissen des Toten traute er sich nachzusehen. Aber er der große Fund blieb aus. Er schwenkte noch einmal zum Schreibtisch. Allmählich begann er nervös zu werden. Seine Mutter müsste bald nach Hause kommen. Dann hätte er keine Gelegenheit das Testament des Vaters zu seinen Gunsten zu verändern.
Statt jedoch das Gesuchte zu finden, bemerkte der Sohn ein anderes Couvert. Dessen Anblick lies ihn blass werden. Auf dem Umschlag stand, in der schnörkelhaften Schrift des Vaters, sein eigener Name darauf. Der Fund war ein furchtbarer Schreckmoment für ihn gewesen. Mag sein, dass es nur ein Scherz des Zufalls gewesen war, aber in diesen einen Augenblick hatte er das Gefühl, dass es sich bei dem Brief um eine Nachricht aus dem Totenreich handelte.
Das gesuchte Testament schien jedenfalls für den Moment vergessen zu sein. Der Mann ergriff den an ihn adressierten Brief und öffnete ihn langsam. Mit zitternder Hand entnahm er einen kleinen Zettel. Es standen nur ein paar Sätze darauf. Aber nachdem er sie gelesen hatte, verlies er beschämt und niedergeschlagen das Haus der Eltern. Die Worte besaßen nämlich sehr viel Gewicht: Sie stellten klar, dass der Vater von dem Vorhaben des Sohnes gewusst und daher Vorkehrungen getroffen hatte, damit dieser nicht den gesamten Nachlass an sich reißen konnte.
Der junge Mann war also gescheitert. Ihm blieb nichts anderes übrig, als die Familie zu verlassen. Mit dabei hatte er nur jenen Brief von seinem Vater. Es war dessen Testament für den habgierigen Sohn.

02.06.2012

Zwischen uns

Zwischen uns stand eine Wand. Sie war zwar nur aus Glas, dennoch tat sie ihr bestes, um uns zu trennen. Trotz allem standen wir uns nahe - Schulter an Scheibe an Schulter - und blickten die, vor unseren Füßen liegende Felsenklippe hinab, an welcher wilde Wellen in Sekundentakt geräuschlos brandeten. 
Ich hörte deinen langsamen Atem in meinem Ohr, wie er meinen Verstand vernebelte und mich mit jedem Zug mehr wahnsinnig machte. Am liebsten hätte ich die Wand zwischen uns zerstört. Aber ich hatte Angst, dass uns die Glasscherben verletzen könnten - und sowieso besaß ich nicht die Kraft dazu, Grenzen einzureißen.  
Wir standen also wie angewurzelt da, nah beieinander und trotzdem getrennt. Du begannst allmählich mit deinen Armen zu pendeln. Es war nur eine kleine, zaghafte Bewegung. Doch ich sah sie aus den Augenwinkel, von wo  aus ich dich stets beobachtet hatte. Man sah dir deine innerliche Unruhe an. Du wurdest ungeduldig. Etwas drängte dich zum Handeln. Da blicktest du einfach zu mir herüber. Ich zuckte innerlich, regte mich aber äußerlich nicht. Das Glas würde zerspringen, wenn sich unsere Blicke kreuzten, befürchtete ich nämlich, ohne daran zu denken, welche Brücken Augenkontakte schlagen können.
So wandest du dich schließlich enttäuscht ab von mir und der Klippe und suchtest einen anderen Weg. Für einen kurzen Moment schaute ich dir nach. Ich erkannte meinen albernen Fehler und ging auch, jedoch in die entgegengesetzte Richtung. 

28.05.2012

Kafka: Kleine Fabel (1920)

Eine Fabel von Franz Kafka.


„Ach“, sagte die Maus, „die Welt wird enger mit jedem Tag. Zuerst war sie so breit, daß ich Angst hatte, ich lief weiter und war glücklich, daß ich endlich rechts und links in der Ferne Mauern sah, aber diese langen Mauern eilen so schnell aufeinander zu, daß ich schon im letzten Zimmer bin, und dort im Winkel steht die Falle, in die ich laufe.“ – „Du mußt nur die Laufrichtung ändern“, sagte die Katze und fraß sie.

24.05.2012

Illusionen

Die Gedanken driften hin und her
in meinem Kopf - so furchtbar laut
zerfällt das Bild von dir und mir
für alle Ewigkeit zu Staub.
Dennoch halten meine Hände
weiter fest, was wir einst war'n.
Denn: sobald diese Trümmer schwinden,
sieht mein Herz endgültig klar,
dass deine zarten Lippen, Liebste,
deinen Atem und deine Haut
ich niemals habe spüren können -
außer vielleicht in meinem Traum.

06.05.2012

Tote Bäume

Eine alte, schwarze Kutsche durchquerte die trostlose Landschaft. Abgestorbene Bäume, die sichscheinbar unter großen Schmerzen zu grotesken Figuren gekrümmt haben, säumten vereinzelt den verschlampten Pfad, während Dunkelheit und starker Regenfall die Sicht auf wenige Meter begrenzten. Da der Kutsche ein Verdeck fehlte, waren die Insassen klatsch nass. Es handelte sich bei diesen um drei verschiedeneMänner: Zunächst ein unbedeutener Kutscher, dann Darwin Hecker, ein junger, magerer Mann, und schließlich ihm gegenüber sitzend der knapp vierzigjährige Marinelli zu Krischhöfen. Sie waren in Regenmänteln umhüllt, welche jedoch dem Anhaltenden Schauer nicht lange stand gehalten haben. Dem Kutscher machte dies am wenigstens aus, im Gegensatz zu Marinelli, welcher aufgrund des zusätzlich kalten Windes am ganzen Leib zitterte. Darwin hingegen lag, die Arme hinterdem Kopf verschränkt, gelassen auf seiner Sitzbank und starrte gedankenverloren ins tiefe Schwarz.

"Verdammter Regen", fluchte Marinelli schon zum wiederholten Male und zog trotzig seinen Regenmantel zurecht. "Wir hätten eine andere Kutsche nehmen sollen." 
"Wer hätte geahnt, dass es regnen wird?" Außerdem war diese hier billiger."
"Eine andere wäre jedenfalls bedacht gewesen!"
"Aber gleichzeitig auch teurer."
Er schaute hinauf zum zusammengekauerten Marinelli. Dessen Lippen hatte einen schwachen, bläulichen Teint angenommen. Hämisch grinsen. Es erzeugte bei seinem Gegenüber ein verärgertes Nasenrümpfen.
"Jetzt grinst du noch, Hecker. Aber wenn du eine Erkältung bekomme, dann -"
"Sowas wird nicht passieren!" 
"Und wenn doch?"
Darwin antwortete im nicht, sondern schaute wieder mit nun ernstem Blick in den finsteren Himmel. Es folgte ein längeres Schweigen, sodass Marinelli in dieser Zeit den jüngeren Mann nachdenklich. Dabei fielen ihm besonders Darwins ausdruckslose - ja fast toten - Augen auf, die zu seinen wenigen jugendlichen Gesichtszügen in einem grotesken Kontrast standen. Dieser wurde umso größer, je mehr sich Marinelli an die Zeit vor vier Jahren erinnerte. Damals hatte er die typsichen Augen eines jungen Visionäres besessen - voller Energie und Begeisterung. 

"Bist du nun zufrieden?", fragte auf einmal Darwin, als ob er Marinellis Gedanken mitverfolgt hatte, und riss diesen damit aus den Gedanken. Erschreckt wollte er zunächst nachfragen, was Darwin meinte, bis ihm im zweiten Moment zu seiner Erleichterung selbst auffiel: Es hatte aufghört zu regnen. 
"Etwas", antwortete Marinelli dem jungen Mann zögerliche und, um die Atmosphäre für sich etwas zu lockern, fügte er mit einem ironischen Unterton hinzu: "Ein wenig Sonne wäre aber noch angenehm."
Beide lachten daraufhin. Aber die traurige Realität trieb es ihnen gleich wieder aus. Damit entstand auch ein bedrückenes Schweigen, welches eine Weile hielt, bis Darwin schließlich erneut die Konversation aufgriff: "Die Sonne hat schon seit Jahrzehnten nicht mehr geschienen."
"23 Jahre, um genau zu sein."
"Dann hast du sie ja noch gesehen!"
"Ja - ich weiß noch, wie ich damals als kleiner Junge, wann immer die Sonne geschienen hat, in den Gartenanlagen meiner Familie gespielt habe, oft stundenlang."
"Und wie war sie?" 
"Die Sonne? Das weiß ich leider nicht mehr. Als Kind nimmt man sie beim Spielen kaum wahr und als Jugendlicher hatte man anderes im Kopf, von dem man dachte, dass es wichtiger sei."
Marinelli schaute nun auch in den Himmel hinauf. Er machte einen betrübten Eindruck. Darwin lenkte seine Blicke jedoch wieder auf sich, indem er neugierig fragte, ob er sie vermisse. 
"Ich willsie gerne noch ein mal spüren, selbst wenn es meinen letzten Atemzug kosten würde."
Er atmete schwer aus, so als ob er das gesagte nachempfand. Dann gab er ein leises "Und du?" von sich, da er ihre Unterhaltung nicht wieder in einem bedrückenden Schweigen münden lassen wollte. Der junge Mann tat sich jedoch schwer damit, ihm eine Antwort zu geben. Minuten lang vergingen, ohne dass ein Wort viel.
"Die Menschen vermissen alle die Sonne", meinte Darwin endlich, als sich Marinelli gerade enttäuscht von ihm abwenden wollte, "aber seltsamerweise klagt niemand über das Fehlen des Mondes", und mit mehr Nachdruck erklärte er weiter: "Schau mich an, Marinelli - ich bin 24. Ich habe keine Ahnung, wie sich die Sonne anfühlt, geschweige denn wie sie aussieht." Eine kleine Pause trat ein, in der Marinelli bedacht schwieg. 
"Der Mond - es gibt tausende Gedichte über ihn von Poeten, die die Schönheit des wolkenlosen Nachthimmels mit eigenen Augen (und Verstand) gesehen haben. Doch wie viele Gedichte existieren über die Sonne? Nein, Marinelli, ich vermisse die Sone nicht. Nicht so sehr, wie ich mich Nachts nach dem Mond sehne, wenn ich sein Licht wage hinter der Wolkendecke schimmern sehe."
Darwin, der sich bei dieser emotional angehauchten Ansprache aufgerichtet hatte, schaute Marinelli erwartungsvoll an, als ob er eine Bestätigung für seine Sehnsucht benötigte. Sein Gegenüber nickte nur verständlich, was dem jungen Mann scheinbar befriedigte. Denn er legte sich wieder auf die Sitzbank, verschrenkte die Arme hinter dem Kopf und starrte hinauf ins Schwarz.
Um sie herum säumten weiterhin tote Bäume den vom Regen aufgeweichten Weg.



Anmerkung: Bei dem Text handelt es sich um einen bearbeiteten Ausschnitt aus einer längeren Geschichte, an der ich gerade verstärkt arbeite. Daher erscheint manches vielleicht etwas fragwürdig.

08.04.2012

Über die Endlosigkeit

Welten sind immer endlos. Egal, ob sie flach sind wie eine Scheibe oder ob sie ferner nur in den Köpfen einzelner existieren. Stets bleibt doch der Horizont unerreichbar und immer liegt in dem aller kleinsten verwinkelten Fleckchen noch etwas viel winzigeres verborgen.
Auch die Zeit an sich ist endlos. Dass dies meist nicht so scheint, erklärt sich damit, dass die Menschen an Zeiten denken. Zeiten sind endlich, weil sie bestimmbar sind. Sie grenzen meist verschieden Ereignisse ein, weshalb ihnen Begriffe wie Perioden oder Zeitaltern, aber auch Jahre, Stunden und gar Sekunden zufallen. Zeit an sich hingegen manifestiert sich zwar in Veränderung, ist jedoch einzig an den grenzenlosen Raum gebunden.
Auch wenn nun dieser Kopplung aus Raum und Zeit – Raumzeit auch genannt – ein Beginn zugesprochen wird, wodurch sie streng genommen ihre Unendlichkeit verlieren, muss hinterfragt werden, wie überhaupt ein endliches Wesen wie der Mensch etwas endloses wie Raumzeit begreifen kann: nämlich gar nicht. Denn andernfalls bräuchte es keinen Horizont und kein Zeitalter, die gewisse Dinge eingrenzen. Erst durch diese Begrifflichkeiten erhalten Raum und Zeit Substanz und sind für den Geist eines endlichen Wesens ergründbar. Insofern ist der Anfang der Raumzeit nur eine Grenze, bis wohin der Mensch die allgemeinen Entwicklungen einer eigentlich endlosen Welt überblicken kann.

06.04.2012

Einfache Worte

Ein Gedicht für sie von ihm.

Es waren einfache Worte,
Nicht sehr kreativ,
Die Aussagen mager,
Mal schmeichelnd, mal albernd,
Doch letztendlich nichtig
Und ohne Belang',
Solange doch am Ende
Ein "Ich liebe dich" stand.

25.03.2012

Kriegsfragmente

Aus den Wirren eines fiktiven Irankrieges.

(...)
Nachdem sich der Außenminister für eine deutsche Beteilung am NATO-Einsatz gegen den Iran aussprach, aber spätestens als der Bundestag diesem zu gestimmt hatte, war das Schicksal des Soldaten Meiers beschlossene Sache. Er wurde zunächst nach Tel Aviv geflogen und kurze Zeit später an der iranischen Grenze stationiert. Danach passierte lange Zeit nichts, außer, dass er Kriegsflüchtlinge versorgen musste. Doch dieser Versuche der Bundeswehr, in den kontrollierten Gebieten humanitäre Hilfe zu leisten, wurde mit der Fortdauer des Krieges allmählich vernachlässig, bis schließlich Meiers Einheit den Angriffsbefehl erteilt wurde. Auf dem Weg zum Fronteinsatz jedoch wurde der Konvoi von einheimischen Rebellen angegriffen. Der Transporter in dem Meier saß wurde von einer Bazooka getroffen.
(...)
Gleichzeitig brannte kaum zwei Kilometer entfernt ein kleines Dorf ab. Es war von den roten Adlern, wie die Einheimischen die NATO-Bomber nannten, gnadenlos zerbombt worden. Der Angriff erfolgte drei Tage vor Meiers Tod auf den Befehl eines alten, grauen Generals, der bereits im ersten Golfkrieg seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt hatte. Dabei beruhte sein Ehrgeiz einzig auf einem Feinbild, dem er mit all seinem Zorn und Hass begegnete. Um welchen Feind es sich dabei handelte, war eigentlich egal. So hatte er zu Zeiten des Golfkrieges die Gestalt eines Iraners, bis es nach dem 11. September 2001 sich erst in Osama Bin Laden, bald darauf in den Iraker Saddam Hussein, dann in einen Afgahnen verwandelte. Nun war es eben wieder ein Iraner, den er verabscheute und dessen Vernichtung er im Sinne der USA anstrebte. 
(...)
Der Befehl des Generals erreicht um 3 Uhr morgens die Fliegerstaffel. Jedoch wurde er erst nach Sonnenaufgang durchgeführt, da seit kurzer Zeit das US-Militär an Kerosinmangel litt.
(...)
Die Bomber flogen tief und in einer V-Formation. Der Lärm ihrer Düsenantriebe erfüllte die ganze Gegend. Er wurde nur von fallenden Bomben übertönt. Dann war es totenstill in dem Dorf, das halb zerstört und halb brennend von den Flugzeugen zurückgelassen wurde. Selbst die Schmerzensschreie der Dörfler verhallten, ohne dass sie jemand hörte.
(...)
Abbas, ein junger iranischer Mann, befand sich gerade auf der Flucht nach Pakistan, als er von dem Angriff der Roten Adler auf sein Heimatdorf erfuhr. Von Schmerz und Angst ergriffen entschloss er sich daraufhin kert zu machen. Er konnte nicht über die rettende Grenze gehen, wenn er wusste, dass seine Familie unter dem Krieg litt. Der Anblick der Ruinen beruhigten jedoch sein Genüt nicht und als er von dem Tod seiner Mutter erfuhr, schwor er zornerfüllt bei Allah, jene Gräueltat der Ungläubigen zu rächen.
(...)
Abbas' Einstellung spielten ihn sogleich in die Hände eines radikalen Milizen, der auf eigene Faust einen Widerstand gegen die Invasoren organisierte. Den frischen Zorn des jungen Mannes nutzte er sogleich dafür, ihn mit anderen Männern seines Schlages auf einen sich nähernden deutschen Konvoi zu hetzen. 
(...)





15.03.2012

Auf!

Auf!

Nicht ab.
Wir streben ständig nach Oben. Rauf wollen wir; hinauf. Steigend, kletternd, kämpfend - egal wie, wir haben nur dieses eine Ziel: Oben.
Denn Oben ist Sonne.

Doch Unten ist nichts.
(...)
 

Anmerkung: Bei dieser Textpassage handelt es sich nur um einen Ausschnitt eines Gedankenganges, an dem ich noch herumwerkel. Inspiriert wurde ich von dem Radioheadsong "Down is the new up", worauf auch das Ende meines Gedankenganges in etwa anspielen wird ("Denn Oben ist das eigentliches Unten"). Ob ich den vollendeten Text später noch blogge, bleibt fraglich. Der Text währt sich nämlich immer mal wieder dagegen, mir stilistisch zu gefallen. 

28.02.2012

Expressionistischer Wal

Aus den Notizen des Dr. Nephros Amenti. Sie entstanden vermutlich während der Zeit seiner großangelegten Studien über das Annehmen menschlicher Verhaltensweißen und -merkmale durch Tiere unter Berücksichtigung verschiedener Lebensbedingungen: 

7.2.12:
Ich sitze gerade (10.35 Laborzeit) zufällig neben einem großen Wal (Exemplar D94S), der sich dazu genötigt sieht, mich mit einem alten, stumpfen Bleistift, den er mir zuvor uneralubt entwendet hat, zu zeichnen. Sein Stil erinnert mich an den Expressionismus anfang des 20. Jahrhunderts. Ich frage ihn höflich, ob er mich in Denkerpose bzw. Hose abbilden könnte, weil dies meinen Intellekt sichtbarer mache. Er antwortet mir nicht. Hingegen stöhnt er immer wieder laut und angestrengt. Das Zeichnen überfordert ihn wohl. Tatsächlich ist seine Skizze weniger als ein Meisterwerk, sondern mehr als ein Unfall anzusehen. Aber was kann man von einem Wal anderes erwarten? 

Ich habe ihn zu Ende zeichnen lassen und bin mir jetzt sicher: Wir haben es hier nicht mit einem Edward Munch der Weltmeere zu tun.

Situation verändert sich auf einmal dramatisch: Der Wal verendet scheinbar. Jedenfalls deuten sein dumpfes Röscheln, der plötzlich heruntergfallene Bleistift und seine glasigen Augen daraufhin. Meine erste Vermutung: Er hat wohl, ohne dass ich es bemerkt habe, meine Notiz gelesen und sie arg zu Herzen genommen. Wahrscheinlich ist er im Innersten eine zerbrechliche Persönlichkeit und kann mit Kritiken nicht umgehen.
Falls sich diese Annahme bewahrheitet, muss die Beobachtung dringend mit einem dichtenden Wal mit ähnlicher Persönlichkeit wiederholt werden. Vermutlich könnte dieser mußische Bereich der Spezies nämlicher näher liegen. 

Nachtrag: 
Seine letzten Worte (11:03 Laborzeit) konnte ich wegen seinem Schmerzverzerrten Stöhnen und Schnaufen nicht ganz heraushören. Irgendetwas mit Raum und Zeit. Mehr konnte ich nicht verstehen Aber es bestärkt mich in der Annahme, dass die Malerie nicht zu seiner Persönlichkeit gepasst hat. Zudem bin ich bestrebt, eine dritte Beobachtung mit einem philosophierenden Exemplar zu planen. 

Vielleicht starte ich eine ganze Versuchsreihe, wenn es die Finanzen erlauben. 

Nachtrag 2: 
Obduktion um 16:37 Laborzeit ergab: Todesursache lag nicht an einer zerbrechlichen Persönlichkeit - im übertragenen Sinne. Trotzdem möchte die Beobachtung mit einem dichtenden Wal unbedingt wiederholen. Jedoch sollte ich beim nächsten Mal das zu beobachtende Exemplar in ein Wasserbecken setzen. Es könnte die Wahrscheinlichkeit eines drohenden Exitus verhindern. 



(Mit Dank an D. M.)

06.02.2012

Über Krieg

Der General: "Krieg ist immer politischer Natur. Jedenfalls auf dem Papier. Auf dem Schlachtfeld hingegen ist er menschlicher Natur - und mit 'menschlich' meine ich animalisch und bestialisch. Ich kann wirklich jeden davon abraten, den Wehrdienst anzutreten oder gar nach einer Offizierskarriere zu streben. So etwas ist keines jungen Mannes Leben wert."

Ich: "Aber wenn Sie so denken, warum sind Sie dann überhaupt der Armee beigetreten?"

Der General: "Ganz einfach: Weil ich früher noch nicht gedacht habe."

03.02.2012

Ruhe

Da lag M. nun im hohen Gras, die Arme weit von sich gestreckt und blickte mit schweren, schläfrigen Augen in das blasse Blau des Himmels. Langsam war sein Atem, schwach der Puls. Seine Gedanken waren alle verflogen. Stattdessen konzentrierte er sich einzig auf die Ruhe, die ihn zärtlich umarmt hatte. 
Ruhe - beinahe hatte er es vergessen, wie es sich anfühlte, außerhalb der Zeit zu schweben und dem reißerischen Strom der Veränderung zu entkommen. Es war ein entleerendes und erfüllendes Gefühl zugleich. Denn er fühlte sich befreit von jeglicher Gedankenlast, konnte endlich spüren, ohne zu fürchten. Erleben, ohne zu denken. Mit einem Mal hatte er das Gefühl, über der Welt zu schweben und auf die Geschehen hinab zu blicken. Dort war er ein Beobachter, der, weit genug vom Treiben der blauen Erde entfernt, Erkenntnisse erlangte, zu welchen ein Mensch durch simple Objektivität nie zu stande wäre.
Es zeigten sich ihm Verbindungen ungeahnten Ausmaßes. Es waren helle Bänder und Schleifen, die den Globus umgriffen. Dinge, die von der Erde aus betrachtet keinen Sinn machten, zeigten nun ihre wahre Gestalt und ihre fundamentale Bedeutung für das Weltgeschehen. Unsichtbares lies sich blicken und noch so einigesandere Besonderheiten, für die keine Worte existierten. Letztendlich jedoch schien alles eins zu sein. Und dieses eine floß. Es pulsierte, versickerte, veränderte sich auf rasante Weise. Von einem zum anderen Augenblick wurde die Welt zu einer anderen. Im Sekundentakt. Immer wieder. Ununterbrochen.
Dies alles sah M. und er verstand. Er begriff es zwar nicht mit seinem Geist, aber wie er das durchaus kuriose Schauspiel unter sich beobachtete, spürte er in seinem Inneren eine besondere Bestätigung, als ob auf einmal alles einen Sinn ergab, ohne es wirklich zu tun.
In diesem Augenblick jedoch holte ihn ein stechender Schmerz auf den Boden zurück. Er spürte den harten Boden, die Kälte um ihn herum. Rasch verloren sich die Erkenntnisse in seiner Panik, während der Schmerz sich gnadenlos in ihn hineinbohrte. Er wollte sich dagegen wehren, doch er besaß keine Kraft. Stattdessen lag er hilflos auf den Boden und musste erleben, wie er angeschossen verblutete.

22.01.2012

So ein Bild

Dann ist da so ein Bild im Internet. Genauer gesagt in Facebook, Twitter oder Google+. Man weiß nicht woher er stammt, was zuvor geschehen ist und wer, was, wie, wo an dessen Entstehung beteiligt war. Man sieht nur diese eine Momentaufnahme und ist gerührt, verbittert oder sehr wütend. Vielleicht auch belustigt, aber meistens empört und am Nachdenken. Denn in diesem Bild steckt viel dahinter. Mehr als tausend Worte. Aber eigentlich sind da keine Worte, sondern viele tausende Pixel. Und auch wenn dort Worte und Gedanken vermittelt werden (nicht nur durch den Untertitel), weiß man dennoch nicht, ob sich hinter manchen dieser Aussagen Übetreibungen verstecken oder man darin gar eine Lüge findet. 

Man sieht das Bild, ist gerührt oder erregt und liked, favt, kommentiert oder drückt den +1 Button. Manchmal teilt oder retweetet man die Abbildung für die eigenen Kreise, Follower und Freunden. Man denkt sich: "Wie traurig!" Oder: "Boah diese Schweine! Wie kann man einem hilflosen Wesen bloss so etwas antun?"  Doch dann vergisst man das Bild meistens wieder bzw. seine Botschaft und lebt wieder fröhlich vor sich hin. Bis das nächste Bild auftaucht, von dem man nicht weiß, woher es stammt und welcher Handlung es eigentlich zu Grunde liegt, ob es nur gestellt ist oder sogar bearbeitet wurde. Aber das alles scheint egal, solange die Aussage dahinter reine Gefühlssache ist.

14.01.2012

C. Lauer

Aus der Rede Christopher Lauers vom 12.1.2012 zur Regierungserklärung Klaus Wowereits, der Regierende Bürgermeister Berlins:

"(...) Sie [Wowereit] haben heute verkündet, was in den nächsten fünf Jahren passieren soll. Wie wird es passieren? Durch Gesetze. Wer beschließt diese Gesetze? Dieses Haus. Aber: Wo werden diese Gesetze geschrieben? Wer von den hier anwesenden Abgeordneten ist denn Herr oder Frau Referentenentwurf? Wo sitzt denn der Referent? Der sitzt in der Verwaltung. Es ist traurige Realität, dass dieses Haus seiner Verfassungsmäßigen Aufgabe, Gesetze aus seiner Mitte entstehen zu lassen, nicht mehr nachkommt. Die traurige Realität wird es sein, dass jede Änderung in den nächsten fünf Jahren aus dem Senat kommen und in diesem Haus von Seiten der Koalition mal mehr, mal weniger Zähneknirschend abgenickt werden wird. Und die Opposition wird schreien. Und die Opposition wird Vorschläge machen und die Koalition wird schreien. Und hier spreche ich explizit die Hinterbänkler in den Fraktionen an: Habt ihr euch das so vorgestellt, ist es euch das Wert? Fünf Jahre lang das abzunicken was Herr oder Frau Referentenentwurf in irgendeiner Senatsverwaltung geschrieben haben? 
Das Freie Mandat, verfassungsmäßig verankert, wird im Abgeordnetenhaus von Berlin Woche um Woche zur Makulatur. Wer hat denn hier noch das Rückgrat, seiner Fraktion öffentlich zu widersprechen? 

Dieses Unterordnen unter die Fraktion, die sich wiederum dem Senat unterordnet, das ist eine Gefahr für die Demokratie. Wenn wir hier von den Gefahren des Lobbyismus und mehr Transparenz im Haus sprechen, dann verkennen wir, dass der Lobbyist zu demjenigen geht, der das Gesetz schreibt und nicht etwa zu dem, der das Gesetz nur noch abzunicken hat. Es finden in diesem Haus keine Debatten mehr statt, sondern ein auf Koalition und Opposition verteiltes Kasperletheater. Es findet eine Machtkonzentration auf den Senat statt, die nicht gesund ist. Angesichts der Herausforderungen, vor der die Stadt Berlin steht ist es bemerkenswert, dass wir als Parlamentarier, die lediglich ihrem Gewissen verpflichtet sind, uns so etwas gefallen lassen. (...)"

Die komplette Rede kann man hier nachlesen.
Das Video zur Rede findet sich auf Youtube.