Dann ist da so ein Bild im Internet. Genauer gesagt in Facebook, Twitter oder Google+. Man weiß nicht woher er stammt, was zuvor geschehen ist und wer, was, wie, wo an dessen Entstehung beteiligt war. Man sieht nur diese eine Momentaufnahme und ist gerührt, verbittert oder sehr wütend. Vielleicht auch belustigt, aber meistens empört und am Nachdenken. Denn in diesem Bild steckt viel dahinter. Mehr als tausend Worte. Aber eigentlich sind da keine Worte, sondern viele tausende Pixel. Und auch wenn dort Worte und Gedanken vermittelt werden (nicht nur durch den Untertitel), weiß man dennoch nicht, ob sich hinter manchen dieser Aussagen Übetreibungen verstecken oder man darin gar eine Lüge findet.
Man sieht das Bild, ist gerührt oder erregt und liked, favt, kommentiert oder drückt den +1 Button. Manchmal teilt oder retweetet man die Abbildung für die eigenen Kreise, Follower und Freunden. Man denkt sich: "Wie traurig!" Oder: "Boah diese Schweine! Wie kann man einem hilflosen Wesen bloss so etwas antun?" Doch dann vergisst man das Bild meistens wieder bzw. seine Botschaft und lebt wieder fröhlich vor sich hin. Bis das nächste Bild auftaucht, von dem man nicht weiß, woher es stammt und welcher Handlung es eigentlich zu Grunde liegt, ob es nur gestellt ist oder sogar bearbeitet wurde. Aber das alles scheint egal, solange die Aussage dahinter reine Gefühlssache ist.
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