Welten sind immer endlos. Egal, ob sie flach sind wie eine Scheibe oder ob sie ferner nur in den Köpfen einzelner existieren. Stets bleibt doch der Horizont unerreichbar und immer liegt in dem aller kleinsten verwinkelten Fleckchen noch etwas viel winzigeres verborgen.
Auch die Zeit an sich ist endlos. Dass dies meist nicht so scheint, erklärt sich damit, dass die Menschen an Zeiten denken. Zeiten sind endlich, weil sie bestimmbar sind. Sie grenzen meist verschieden Ereignisse ein, weshalb ihnen Begriffe wie Perioden oder Zeitaltern, aber auch Jahre, Stunden und gar Sekunden zufallen. Zeit an sich hingegen manifestiert sich zwar in Veränderung, ist jedoch einzig an den grenzenlosen Raum gebunden.
Auch wenn nun dieser Kopplung aus Raum und Zeit – Raumzeit auch genannt – ein Beginn zugesprochen wird, wodurch sie streng genommen ihre Unendlichkeit verlieren, muss hinterfragt werden, wie überhaupt ein endliches Wesen wie der Mensch etwas endloses wie Raumzeit begreifen kann: nämlich gar nicht. Denn andernfalls bräuchte es keinen Horizont und kein Zeitalter, die gewisse Dinge eingrenzen. Erst durch diese Begrifflichkeiten erhalten Raum und Zeit Substanz und sind für den Geist eines endlichen Wesens ergründbar. Insofern ist der Anfang der Raumzeit nur eine Grenze, bis wohin der Mensch die allgemeinen Entwicklungen einer eigentlich endlosen Welt überblicken kann.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen