20.06.2013

Meine drei Ängste als Dichter...

… die man Schreiben stets beeinflussen:

Da wäre als erstes, um Jean Paul zu zitieren, „die Angst, dass meine Tinte eher bleich werde als ich.“ Sie hat sich schon bewahrheitet, weshalb ich nur noch mit Kuli schreibe, auch wenn ich dafür meine Freiheit zum Killern einbüße. Aber Sicherheit geht eben vor.

Da wäre als zweites die Angst, dass das Leben meines Füllers/Kullis eher endet, als der Text, an dem ich gerade schreibe. Mit Stiften gehe ich nämlich so um wie ein dreijähriger mit seinen Bauklötzen: wenig Fingergefühl und sehr brachial. Während Füller geköpft werden, zerbrechen Kugelschreiber in meiner Hand. Vielleicht sollte ich mal einen aus Titan besorgen...

Als drittes und bedeutsamsten wäre dann noch die Angst davor, das Geschriebene vom Vortag zu lesen. Je nach Ausgangslage fällt mir es mir ziemlich schwer, mich mit meinen zu konfrontieren. Denn ich finde vieles, was ich schrieb, albern oder gar unerträglich. Vielleicht weil es wirklich schlecht geschrieben wurde, vielleicht weil ich perfektionistisch denke und vielleicht weil die Worte wie ein Spiegel wirken – aber egal, was letztendlich diese Angst bewirkt, ist sie doch verantwortlich dafür, dass ich die meisten Einträge dieses Blogs nicht mehr anschauen und wohl niemals einen ganzen Roman schreiben werde. Deswegen verharre ich bei Kurzprosa und noch kürzeren Gedichten.

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