… die man Schreiben
stets beeinflussen:
Da wäre als erstes, um
Jean Paul zu zitieren, „die Angst, dass meine Tinte eher bleich
werde als ich.“ Sie hat sich schon bewahrheitet, weshalb ich nur
noch mit Kuli schreibe, auch wenn ich dafür meine Freiheit zum
Killern einbüße. Aber Sicherheit geht eben vor.
Da wäre als zweites die
Angst, dass das Leben meines Füllers/Kullis eher endet, als der
Text, an dem ich gerade schreibe. Mit Stiften gehe ich nämlich so um
wie ein dreijähriger mit seinen Bauklötzen: wenig Fingergefühl und
sehr brachial. Während Füller geköpft werden, zerbrechen
Kugelschreiber in meiner Hand. Vielleicht sollte ich mal einen aus
Titan besorgen...
Als drittes und
bedeutsamsten wäre dann noch die Angst davor, das Geschriebene vom
Vortag zu lesen. Je nach Ausgangslage fällt mir es mir ziemlich
schwer, mich mit meinen zu konfrontieren. Denn ich finde vieles, was
ich schrieb, albern oder gar unerträglich. Vielleicht weil es
wirklich schlecht geschrieben wurde, vielleicht weil ich
perfektionistisch denke und vielleicht weil die Worte wie ein Spiegel
wirken – aber egal, was letztendlich diese Angst bewirkt, ist sie
doch verantwortlich dafür, dass ich die meisten Einträge dieses
Blogs nicht mehr anschauen und wohl niemals einen ganzen Roman
schreiben werde. Deswegen verharre ich bei Kurzprosa und noch
kürzeren Gedichten.
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